Astronomie und Mittelalter auf Schloss Albrechtsberg
Die Burggespräche des Orion
Workshops 2016

Das Programm und die Themen der Workshops der VIII. Burggespräche:

GW

Gravitationswellen – mit Gudrun Wanner,
Optik-Expertin des LISA Pathfinder Teams

  • Gravitationswellen – was ist das, warum interessieren sie uns und wie misst man sie?
  • Interessante Quellen von Gravitationswellen: Supernovae, Paare von schwarzen Löcher, Neutronensternen, weißen Zwergen und noch einiges mehr.
  • Gravitationswellendetektoren auf der Erde und im Weltall: was gibt es jetzt, was in Zukunft und warum bauen wir diese Detektoren auf der Erde und im All?

Dr. Gudrun Wanner studierte in Hannover zwischen 2000 und 2005 Physik, und schloss ihr Studium erfolgreich mit einer Diplomarbeit über eine zukünftige Geometrie für erdgebundene Gravitationswellendetektor in der Arbeitsgruppe von Prof. Roman Schnabel ab. Anschließend arbeitete sie als Doktorandin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover auf dem Gebiet der optischen Simulationen für den Forschungssatelliten LISA Pathfinder (bis 2009) sowie der Laser-Interferometrie-Entwicklung für den zukünftigen satellitengebundenen Gravitationsdetektor LISA (seit 2009). Seit ihrer erfolgreichen Promotion im Dezember 2010 arbeitet Gudrun Wanner als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover. Zu ihrem Tätigkeitsfeld gehörte zunächst die Missionsvorbereitung von LISA Pathfinder und seit dem Start des Forschungssatelliten im Dezember 2015 die Analyse der wissenschaftlichen Daten von LISA Pathfinder. Schließlich umfasst ihr Aufgabengebiet auch als Teilprojektleiterin und Vorstandsmitglied des Sonderforschungsbereichs “geo-Q” die Entwicklung der Interferometrie für zukünftige Geodäsie-Missionen.

Jakobsstab-2

Vermessung des Himmels – mit Kurt Niel, FH Wels, Entwickler der Kepleruhr Grieskirchen

Was ist wirklich da oben los? Die Wirklichkeit ist der Teil der Wahrnehmung, die messtechnisch erfasst werden kann. Dieser Workshop bietet einen kleinen Streifzug in die Entwicklung der Messtechnik im Bereich der Astronomie vom 3. Jhd. v.Chr. bis Anfang des 20. Jhd. sowie aktuelle Hinweise zur Messung der Gravitationswellen. Dabei wird einerseits ein Überblick über Messgeräte (Funktion, Genauigkeit) gegeben. Andererseits wird die geschichtliche Entwicklung astronomischer Erkenntnisse geschildert, die über die Verwendung dieser Messgeräte gewonnen wurden. Bei passender Witterung wird die Marsbewegung innerhalb 24h etwa mit dem Jakobsstab zu vermessen versucht.

Bei günstiger Witterung:
Am 13. und 14. 8. stehen am Abendhimmel (nach 21 Uhr) sehr gut sichtbar Saturn, Mars und Antares ziemlich nahe bei einander (innerhalb 6°). „Leider“ ist auch der zunehmende Mond dabei, was die Beobachtung etwas erschwert. Die Idee ist, die Marsbewegung innerhalb 24h zu vermessen (relativ zum Fixstern Antares), das sind ca. 0,5° (1 Monddurchmesser); Saturn steht im kurzen Zeitraum auch relativ fix. Als Messmittel könnten wir verwenden: Jakobsstab, Sextant, Teleskop.

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Zeitreisen, Überlichtgeschwindigkeit und Lichtschwerter – wie macht man es richtig – mit Werner Gruber, Kuffner Sternwarte, Urania und Planetarium Wien

In diesem Vortrag werden profund die Grenzen der Physik ausgelotet und gebeugt, aber niemals gebrochen. Dinge werden möglich, die noch nie wirklich gedacht wurden. Das Lichtschwert kann morgen gebaut werden, der Warp-Antrieb braucht noch etwas länger – da warten wir auf Exotische Materie, und die Zeitreisen gibt es schon länger – wenn man Ron Mallet, Stephen Hawking und Albert Einstein (der Dreifaltigkeit der Zeitreisen) glauben mag. Abgesehen davon haben Sie sicher eine Zeitreisemaschine zu Hause – ich bin überzeugt!

 

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Astronomische Aspekte in Bildern von Sandro Botticelli
– mit Frank Keim, Universität Ulm

Der Autor lädt zur Betrachtung einiger Bilder Sandro Botticellis (1445-1510) unter astronomischen Gesichtspunkten ein. In der Geburt der Venus (1483-85) sind die Phasen der Planeten Venus und Merkur abgebildet: Halbphase, obere und untere Konjunktion. Im Workshop soll speziell das Gemälde Der Frühling (La Primavera) betrachtet werden, auf dem u.a. der große Orionnebel abgebildet ist.

Literatur: DDie Entdeckung des Orionnebels, und: Sandro Botticelli: Die astronomischen Werke
 

Die Sonnenfinsternis 2017 in den USA – mit Alexander Pikhard, Wiener Arbeitsgemeinschaft Astronomie (WAA)